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Künstliche Intelligenz ist derzeit das meistdiskutierte Technologiethema der Industrie. Doch zwischen KI-Hype und tatsächlichem Geschäftsnutzen liegt oft eine große Lücke. Viele mittelständische Kunststoffverarbeiter wissen, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Gleichzeitig stellt sich die zentrale Frage: Wo anfangen – und welcher Anwendungsfall schafft den größten Nutzen für das eigene Unternehmen?

Gerade für Spritzguss-, Extrusions- und Compoundierbetriebe entscheidet sich hier, ob KI zum Wettbewerbsvorteil wird oder zum kostspieligen Experiment. Denn KI um der KI willen bringt keinen Mehrwert. Erfolgreich wird sie erst dann, wenn sie konkrete Herausforderungen löst: weniger manuelle Arbeit, bessere Planung, stabilere Qualität, frühere Fehlererkennung, effizientere Wartung und fundiertere Entscheidungen.

1. KI braucht ein klares Ziel

Der erste Schritt ist nicht die Auswahl eines KI-Tools, sondern die Frage nach dem Geschäftsprozess und dem konkreten Nutzen. Wo entstehen heute Engpässe? Wo fehlen Daten? Wo werden Entscheidungen noch auf Basis von Erfahrungswerten statt belastbarer Fakten getroffen? 

In der Kunststoffverarbeitung gibt es viele sinnvolle Ansatzpunkte:

  • Produktionsplanung: bessere Reihenfolgen, weniger Rüstzeiten, stabilere Kapazitätsauslastung
  • Qualitätssicherung: frühere Erkennung von Abweichungen, Assistenz bei Prüfberichten und Risikobewertungen
  • Instandhaltung: vorausschauende Wartung auf Basis von Maschinen- und Sensordaten
  • Materialeinsatz: bessere Steuerung von Rezepturen, Rezyklaten und Varianten
  • Nachhaltigkeit: strukturierte Daten für Kreislaufwirtschaft, Digitalen Produktpass und ESG-Anforderungen

Das Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE betont, dass KI in der Kunststoffwertschöpfung bis 2030 ein zentraler Hebel für Effizienz, Qualität und Kreislauffähigkeit werden kann – ihr Potenzial aber nur auf Basis interoperabler Datenstrukturen, klarer Standards und tragfähiger Geschäftsmodelle entfaltet. 

2. Keine KI ohne gute Daten und Cloud

Viele KI-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern an der Datenbasis. Wenn Rezepturen, Stücklisten, Chargen, Prüfmerkmale, Maschinendaten und Qualitätsinformationen in unterschiedlichen Systemen, Excel-Dateien oder isolierten Datenbanken liegen, bleibt KI schnell im Pilotstatus stecken.

Für mittelständische Kunststoffverarbeiter bedeutet das: AI Readiness beginnt mit Data Readiness. Eine integrierte Microsoft-Plattform schafft dafür die Grundlage. COSMO ERP Plastics erweitert Microsoft Dynamics 365 Business Central gezielt um branchenspezifische Anforderungen aus Spritzguss und Extrusion – etwa Rezepturmanagement, Chargen- und Losverwaltung, Varianten, Werkzeugplanung, Qualitätssicherung, Kalkulation und Rückverfolgbarkeit und bringt Daten zentral zusammen.

Durch die Einbettung in das Microsoft-Ökosystem können weitere Bausteine wie Microsoft Power BI, Microsoft Fabric, Microsoft Power Platform, Azure IoT und Microsoft Copilot schrittweise angebunden werden. So entsteht keine neue Insellösung, sondern eine skalierbare Daten- und Prozessbasis für KI, Analytics und Automatisierung.

3. IoT als Datenlieferant für KI

KI entfaltet ihre Stärke besonders dort, wo aktuelle Produktionsdaten verfügbar sind. In Spritzguss und Extrusion liefern Sensoren, Maschinen und Anlagen wichtige Informationen zu Laufzeiten, Stillständen, Temperaturen, Ausschuss, Energieverbrauch oder Wartungszuständen. 

IoT-basierte Produktion, Predictive Maintenance und Digital Twins schaffen Transparenz am Shopfloor. In Verbindung mit COSMO ERP Plastics und dem Microsoft-Ökosystem können diese Daten für bessere Planung, vorausschauende Wartung, Qualitätsanalysen und Managemententscheidungen genutzt werden. 

Damit wird KI nicht abstrakt, sondern konkret: Sie hilft, Muster zu erkennen, Abweichungen früher sichtbar zu machen und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.

4. Microsoft AI: von AI Business Solutions bis zur eigenen KI-Lösung

Der Microsoft-Ansatz bietet Unternehmen verschiedene Einstiegspunkte in KI. Einerseits gibt es In-App AI direkt in Microsoft Geschäftsanwendungen (ERP, CRM) wie Microsoft Dynamics 365 Business Central, wo Copilot als KI-gestützter Assistent Routineaufgaben vereinfachen, Daten auffindbar machen und Anwender im Arbeitsfluss unterstützen kann. 

Andererseits lassen sich mit der Microsoft Power Platform eigene Anwendungen, Automatisierungen und KI-gestützte Prozesse entwickeln. Copilot in Power Apps unterstützt beispielsweise dabei, Apps und Datenmodelle per natürlicher Sprache zu erstellen. 

Für Kunststoffverarbeiter ist diese Bandbreite besonders wertvoll: Microsoft standardnahe KI-Funktionen können schnell genutzt werden, während spezifische Use Cases – etwa für Qualitätsprüfung, Rezepturdaten, Maschinenzustände oder Lieferantenprozesse – gezielt auf der vorhandenen Microsoft-Architektur aufgebaut werden können.

5. Agentic AI in COSMO ERP Plastics: Autonomous Test Plan Agent

Ein konkretes Beispiel zeigt, wie KI im industriellen Anwendungskontext greifbar wird: Der Autonomous Test Plan Agent von COSMO CONSULT ist direkt in COSMO ERP Plastics eingebettet und unterstützt bei einem typischen Engpass im Qualitätsmanagement. 

Wenn ein Lieferanten-Datenblatt – häufig als PDF – eingeht, erstellt der Agent autonom im Hintergrund einen Wareneingangsprüfplan. Bei Bedarf legt er neue Prüfmerkmale oder Prüfarten an und kann optional weitere Daten wie Kreditoren, Artikel, Bestellungen oder Wareneingänge vorbereiten. QM-Spezialistinnen und -Spezialisten prüfen und geben den Plan anschließend frei.

Der Mehrwert liegt nicht darin, menschliche Expertise zu ersetzen. Der Agent übernimmt repetitive Dateneingabe und entlastet Fachkräfte, während die finale Entscheidung bewusst bei den Menschen bleibt. Genau dieser Human-in-the-Loop-Ansatz ist für mittelständische Hersteller entscheidend: KI unterstützt, beschleunigt und strukturiert – aber Qualität, Verantwortung und Freigabe bleiben kontrolliert. 

6. Regulierung für bestimmte Kundensegmente: KI als Chance und Verantwortung zugleich

Viele Kunststoffverarbeiter produzieren als Zulieferer für unterschiedliche Branchen – beispielsweise Automotive, Bau, Konsumgüter oder auch hochregulierte Bereiche wie die Medizintechnik. Damit können je nach Kundensegment auch für Kunststoffverarbeiter strengere Anforderungen an den KI-Einsatz entstehen. 

In regulierten GxP-Prozessen gelten besondere Anforderungen: Eingesetzte KI-Modelle müssen nachvollziehbar, validiert und kontrollierbar sein. Statische Modelle sind dabei zulässig, wenn ihre Funktionsweise nach Entwicklung und Validierung nicht autonom verändert wird. Selbstlernende Modelle und Large Language Models dürfen in kritischen Prozessen nicht ohne menschliche Kontrolle eingesetzt werden, da Nachvollziehbarkeit und Validierung erschwert werden.  

Kurz gesagt: 

  • Trainingsdaten müssen valide und nachvollziehbar sein.
  • KI-Modelle dürfen sich in kritischen Prozessen nicht unkontrolliert verändern.
  • Entscheidungen müssen prüfbar bleiben.
  • Compliance muss von Anfang an mitgedacht werden. 

Gerade hier zahlen sich integrierte Prozesse, Audit Trails, Rollen- und Berechtigungskonzepte sowie saubere Datenstrukturen aus. 

7. Mit System starten: Das COSMO CONSULT AI Consulting Framework

Damit KI nicht im Experimentiermodus stecken bleibt, braucht es einen strukturierten Einstieg. Unser AI-Beratungsansatz verbindet vier Phasen – von der ersten Idee bis zur skalierbaren Umsetzung. Wir begleiten Sie bei: 

  1. Inspiration: Potenziale erkennen, ROI bewerten und Ziele definieren.
  2. Foundation: Datensilos abbauen, Datenqualität verbessern und semantische Grundlagen schaffen.
  3. Automation: Plattformen integrieren, Governance etablieren und Miterabeiter*innen befähigen.
  4. Evolution: Spezialanwendungen entwickeln und Wettbewerbsvorteile ausbauen. 

Dieser Ansatz ist besonders für mittelständische Unternehmen sinnvoll, weil er KI nicht als isoliertes Technologieprojekt betrachtet. Stattdessen werden Use Cases, Datenbasis, Plattformarchitektur, Governance und Change-Management gemeinsam entwickelt.

Fazit: Der richtige erste Schritt ist nicht KI – sondern der passende Use Case im Geschäftsprozess 

Künstliche Intelligenz kann Kunststoffverarbeitern helfen, effizienter, transparenter und resilienter zu werden. Doch der Erfolg hängt davon ab, ob KI in eine durchgängige Prozess- und Datenstrategie eingebettet ist. Ohne gute Daten, klare Ziele, Cloud-Readiness, Governance und Akzeptanz in den Fachbereichen bleibt KI ein Stückwerk. 

COSMO CONSULT verbindet dafür Branchenexpertise in der Kunststoffverarbeitung mit der Microsoft-Plattform und integrierten Lösungen wie COSMO ERP Plastics. So entsteht eine belastbare Grundlage für ERP, Analytics, IoT, Copilot, Agenten und individuelle KI-Anwendungen – nicht als Selbstzweck, sondern mit messbarem Nutzen für Produktion, Qualität, IT und Management. 

Sie möchten mehr über künstliche Intelligenz in der Kunststoffverarbeitung lesen? 

Hier geht es zum Pressebeitrag unseres Industriemanagers Torsten Harnack in PlastXNow: 

Künstliche Intelligenz ist keine Utopie, sondern der nächste Schritt

Claudia Claßen

Kontakt unseres COSMOnauten

Von Claudia Claßen

Claudia ist Produkt Marketing Managerin für das gesamte Portfolio von COSMO CONSULT. Zusätzlich ist sie spezialisiert auf die Prozessindustrie, die Life-Science-Branche sowie das Co-Sell-Portfolio mit Microsoft.

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Künstliche Intelligenz in der Kunststoffverarbeitung: Wie gelingt der erste Schritt?