- Microsoft Fabric als Grundlage für Analytics und KI
- Was Copilot in Fabric bereits leisten kann
- Wo Copilot an Grenzen stößt
- Fabric Data Agents als virtuelle Datenanalysten
- Dashboards bleiben relevant
- Sicherheit und Governance entscheiden über den Erfolg
- Der richtige Einstieg
- Fazit: Die nächste Stufe der Business Intelligence ist dialogorientiert
- Wie COSMO CONSULT unterstützen kann
- Weiterführende Informationen

Dashboards gehören heute zum festen Bestandteil moderner Unternehmenssteuerung. Sie machen Kennzahlen sichtbar, zeigen Entwicklungen auf und schaffen Transparenz über Bereiche, Prozesse und Standorte hinweg. Gleichzeitig kennen viele Unternehmen eine typische Herausforderung: Genau die Frage, die in einem Meeting, Kundentermin oder operativen Prozess gerade relevant wird, ist im bestehenden Dashboard nicht vorgesehen.
Dann beginnt häufig der klassische Weg. Der Fachbereich formuliert eine neue Anforderung, das BI-Team prüft Datenmodell und Datenquelle, baut eine zusätzliche Auswertung und veröffentlicht die Anpassung. Das ist bewährt, aber nicht immer schnell genug. Denn Entscheidungen entstehen oft in Situationen, in denen sofort ein belastbarer Blick auf Daten benötigt wird.
Mit Microsoft Fabric, Copilot und Fabric Data Agents entsteht deshalb ein neuer Zugang zu Unternehmensdaten. Datenanalyse wird dialogorientierter. Nutzerinnen und Nutzer können Fragen in natürlicher Sprache stellen und erhalten Antworten direkt aus den vorhandenen Datenquellen.
Damit verschiebt sich die Datenanalyse von vordefinierten Auswertungen hin zu einem flexiblen Dialog – und stellt zugleich die bisherige Rolle klassischer Dashboards infrage.
Die zentrale Frage lautet daher: Werden Dashboards durch Agenten ersetzt?
Die Antwort ist: Eher nicht. Aber Dashboards werden durch KI-gestützte Datenassistenten sinnvoll ergänzt.

Microsoft Fabric als Grundlage für Analytics und KI
Eine solide Datenbasis ist die Voraussetzung für zuverlässige KI – insbesondere beim „Chat with your Data“. Nur wenn Daten einheitlich, zugänglich und nachvollziehbar bereitstehen, kann KI belastbare Antworten liefern. In der Microsoft-Datenwelt schafft Microsoft Fabric dafür das Fundament: Als zentrale Datenplattform verbindet Fabric Data Factory, Data Engineering, Data Warehouse, Real-Time Intelligence, Data Science und Power BI in einer integrierten Umgebung. OneLake dient dabei als einheitlicher Speicherort für Unternehmensdaten.
Fabric führt Daten und Analysewerkzeuge zusammen und unterstützt Unternehmen dabei, Daten strukturiert, verständlich und kontrolliert für Analytics- und KI-Szenarien bereitzustellen.
Ergänzt wird Fabric durch Microsoft Purview, um Governance, Datenschutz, Compliance und Berechtigungen zu berücksichtigen. Gerade beim Einsatz von KI ist das entscheidend: Je einfacher sich Daten abfragen lassen, desto wichtiger sind klare Regeln für Zugriff, Nutzung und Kontrolle.
Innerhalb von Microsoft Fabric gibt es zwei zentrale Möglichkeiten, KI für die Arbeit mit Daten einzusetzen: Copilot und Fabric Data Agents. Doch welches Werkzeug eignet sich für welchen Anwendungsfall? Was kann Copilot leisten – und wann ist ein spezialisierter Fabric Data Agent die bessere Wahl?
Was Copilot in Fabric bereits leisten kann
Microsoft Copilot unterstützt Anwenderinnen und Anwender bereits heute an vielen Stellen innerhalb von Fabric. Er kann dabei helfen, Datenflüsse zu erklären, SQL-Abfragen zu formulieren, Code in Notebooks zu erstellen oder Power BI Berichte schneller zu verstehen. Auch bei der Analyse bestehender Datenmodelle und Reports kann Copilot wertvolle Unterstützung bieten.
Für Fachbereiche bedeutet das: Viele Fragen lassen sich schneller beantworten, ohne dass sofort technische Expertise erforderlich ist. Ein Nutzer kann beispielsweise nach den wichtigsten Erkenntnissen eines Reports fragen, sich auffällige Entwicklungen erklären lassen oder eine einfache Auswertung zu Produkten, Regionen oder Zeiträumen anfordern.
Für solche Szenarien ist Copilot ein starker Produktivitätshebel. Er hilft, vorhandene Daten schneller zu erschließen und reduziert den Aufwand für einfache Analysen. Gleichzeitig bleibt Copilot in vielen Fällen an den Kontext gebunden, in dem er gerade eingesetzt wird – etwa an einen bestimmten Report, ein Datenmodell oder eine einzelne Datenquelle.
Wo Copilot an Grenzen stößt
In der Praxis zeigt sich schnell, dass viele geschäftliche Fragestellungen mehr Kontext benötigen. Ein Begriff wie „Umsatz“ klingt zunächst eindeutig, kann aber je nach Unternehmen Unterschiedliches bedeuten. Gemeint sein kann der Rechnungsumsatz, der Auftragseingang, der Nettoumsatz oder eine speziell definierte Kennzahl aus dem Controlling. Ohne diesen Geschäftskontext besteht das Risiko, dass eine KI zwar eine formal plausible, aber fachlich nicht passende Antwort liefert.
Hinzu kommt, dass viele Fragen nicht auf eine einzelne Datenquelle beschränkt sind. Wer Abweichungen verstehen möchte, muss häufig Vertriebsdaten, Finanzdaten, Servicedaten oder operative Informationen gemeinsam betrachten. Genau hier stößt ein allgemeiner Copilot-Ansatz an Grenzen, wenn er nicht ausreichend konfiguriert und fachlich eingegrenzt ist.
Ein weiterer Punkt ist der Arbeitsort der Nutzerinnen und Nutzer. Nicht alle Mitarbeitenden arbeiten täglich in Fabric oder Power BI. Viele Entscheidungen entstehen in Microsoft Teams, in Microsoft 365 Copilot oder in Fachprozessen. Wenn Datenanalyse in den Arbeitsalltag integriert werden soll, muss sie dort verfügbar sein, wo Menschen bereits arbeiten.
Hier kommen Fabric Data Agents ins Spiel.

Fabric Data Agents als virtuelle Datenanalysten
Ein Fabric Data Agent ist ein konfigurierbarer, KI-gestützter Datenassistent. Er greift auf definierte Datenquellen in Microsoft Fabric zu und beantwortet Fragen in natürlicher Sprache. Im Hintergrund übersetzt der Agent diese Fragen in passende Abfragen, etwa SQL, DAX oder KQL, führt sie gegen die freigegebenen Datenquellen aus und bereitet die Ergebnisse verständlich auf.
Der entscheidende Unterschied zu einem allgemeinen Copilot liegt in der Konfiguration. Ein Data Agent kann gezielt mit fachlichem Kontext ausgestattet werden. Dazu gehören relevante Datenquellen, freigegebene Tabellen und Spalten, KPI-Definitionen, Beispielabfragen, fachliche Regeln und Governance-Vorgaben.
Dadurch wird aus einem allgemeinen KI-Assistenten ein spezialisierter virtueller Datenanalyst für einen konkreten Unternehmensbereich. Ein Vertriebsleiter könnte beispielsweise in Microsoft Teams fragen, warum eine Region vom Plan abweicht. Der Data Agent kann die passende Datenquelle auswählen, die definierte Umsatzlogik berücksichtigen und eine Antwort liefern, die sich an den freigegebenen Daten und Berechtigungen orientiert.
Dashboards bleiben relevant
Trotz dieser neuen Möglichkeiten bleiben Dashboards wichtig. Sie liefern geprüfte, standardisierte und wiederkehrende Kennzahlen. Für Management-Reporting, operative Steuerung und regelmäßiges Monitoring sind sie weiterhin unverzichtbar. Ein Dashboard beantwortet zuverlässig Fragen wie: Wie entwickelt sich der Umsatz? Welche Standorte liegen unter Plan? Wie hoch ist die aktuelle Auslastung? Welche Qualitätskennzahlen verändern sich?
Data Agents ergänzen diese feste Sicht um flexible Ad-hoc-Analysen. Sie helfen dort, wo Nutzer eine Anschlussfrage stellen möchten: Warum weicht ein Standort vom Plan ab? Welche Produktgruppe treibt die Veränderung? Welche Kunden sollten genauer betrachtet werden? Gibt es Auffälligkeiten in einer bestimmten Region?
Damit entsteht keine Konkurrenz zwischen Dashboard und Agent, sondern eine neue Arbeitsteilung. Dashboards schaffen Orientierung. Data Agents ermöglichen den Dialog mit den Daten.
Sicherheit und Governance entscheiden über den Erfolg
Je einfacher Unternehmensdaten per Sprache abgefragt werden können, desto wichtiger wird ein verlässlicher Sicherheits- und Governance-Rahmen. Microsoft Fabric ist deshalb eng mit Microsoft Purview verbunden. Berechtigungen, Rollen, Sensitivity Labels, Data Loss Prevention, Auditierung und weitere Governance-Mechanismen können dabei helfen, den Zugriff auf Daten kontrolliert zu gestalten.
Wichtig ist: Ein Data Agent darf nicht mehr Informationen liefern, als der jeweilige Nutzer sehen darf. Bestehende Berechtigungen und Governance-Regeln bleiben maßgeblich. Das ist besonders relevant, wenn sensible Daten, personenbezogene Informationen oder geschäftskritische Kennzahlen verarbeitet werden.
Unternehmen sollten deshalb vor dem Einsatz von KI-gestützten Datenassistenten klären, welche Daten verwendet werden dürfen, wer Zugriff erhält, welche Daten besonders geschützt werden müssen und wie KI-Antworten überprüft werden. Denn sichere KI beginnt mit sicheren Daten.
Der richtige Einstieg
Der erfolgreiche Einstieg in Fabric Data Agents beginnt nicht mit der Technologie, sondern mit einem klaren Use Case. Besonders sinnvoll ist es, mit einem abgegrenzten Fachbereich zu starten, etwa Vertrieb, Service, Qualität, Produktion oder Controlling. Dort sollte zunächst geprüft werden, ob die Datenbasis belastbar ist und ob Kennzahlen eindeutig definiert sind.
Anschließend wird festgelegt, welche Datenquellen genutzt werden dürfen und welchen fachlichen Kontext der Agent benötigt. Dazu gehören Begriffserklärungen, KPI-Definitionen und typische Fragestellungen. Ebenso wichtig ist es, Governance und Datenschutz von Anfang an mitzudenken. Erst wenn Datenqualität, Business-Kontext und Berechtigungen zusammenspielen, kann ein Data Agent verlässlich Mehrwert liefern.
Fazit: Die nächste Stufe der Business Intelligence ist dialogorientiert
Microsoft Fabric, Copilot und Data Agents verändern, wie Unternehmen mit Daten arbeiten. Dashboards werden dadurch nicht überflüssig. Sie bleiben ein zentraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Aber sie werden durch neue Möglichkeiten ergänzt, Daten flexibler, schneller und näher am Arbeitsalltag zu nutzen.
Der eigentliche Mehrwert liegt darin, dass Fachbereiche nicht mehr jede neue Frage in eine neue Dashboard-Anforderung übersetzen müssen. Stattdessen können sie direkt mit ihren Daten interagieren – vorausgesetzt, die Datenbasis ist sauber, die Semantik klar und die Governance belastbar.
Die Zukunft der Business Intelligence besteht daher nicht darin, weniger Dashboards zu bauen. Sie besteht darin, mehr Dialog mit Daten zu ermöglichen.
Wie COSMO CONSULT unterstützen kann
COSMO CONSULT begleitet Unternehmen auf dem Weg zu modernen Data- und AI-Szenarien. Im AI-Readiness Workshop analysieren wir den aktuellen Reifegrad und leiten konkrete nächste Schritte ab. Im AI-Governance Workshop betrachten wir Strategie, Sicherheit und Compliance rund um den KI-Einsatz. Mit dem AI Solution Assessment entwickeln wir passgenaue KI-Use-Cases und zeigen, welches Potenzial in vorhandenen Daten steckt.
Weiterführende Informationen
Darüber hinaus bieten wir Microsoft Fabric Webinare, Deep Dives und Hands-on-Workshops an, um den Einstieg in die zentrale Datenplattform von Microsoft praxisnah und verständlich zu gestalten.
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