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Auftragseingänge schwanken, Projekte werden verschoben und Margen geraten unter Druck. Viele Maschinenbauer merken gerade: Nur vom Neugeschäft abhängig zu sein, ist riskant.

Eine oft unterschätzte Stellschraube liegt im eigenen Haus: im Service. Richtig aufgestellt kann er nicht nur Kunden binden, sondern auch für planbare Umsätze sorgen, unabhängig vom nächsten Maschinenverkauf.

Status quo: Service als vernachlässigtes Potenzial

In vielen Unternehmen wurde der Servicebereich bisher eher stiefmütterlich behandelt. Er galt oft als notwendig, um Ersatzteile zu verkaufen und ist das Stiefkind des Vertriebs. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Service kann viel mehr sein als Ersatzteile und Wartung. 

Tatsächlich schlummert in diesem Bereich ein enormes Potenzial. Denn gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten kann ein durchdachtes Serviceangebot dazu beitragen, Umsatzrückgänge im Neugeschäft abzufedern und gleichzeitig die Kundenbindung zu stärken.

Service als Umsatztreiber und Resilienzfaktor

Wenn das Neugeschäft stockt, rücken Bestandskunden und langfristige Beziehungen in den Fokus. Und genau hier kommt der Service ins Spiel. Immer mehr Maschinenbauunternehmen entdecken, dass sich mit smarten Serviceangeboten nicht nur stabile Einnahmen erzielen lassen, sondern auch deutlich höhere Margen als beim reinen Produktverkauf. 

Typische Hebel sind zum Beispiel: 

  • Wartungsverträge mit festen Intervallen,
  • Remote-Support statt Vor-Ort-Einsatz,
  • digitale Ersatzteilshops, über die Kunden selbst bestellen können. 

All das sorgt für planbare Einnahmen und entlastet gleichzeitig den Vertrieb. 

Einige Unternehmen erzielen bereits heute 20 Prozent ihres Umsatzes durch Serviceleistungen, wobei der Anteil am positiven Unternehmensergebnis bei über 50 Prozent liegt (vgl. VDMA (Hrsg.): Zukunftsbilder für den Maschinen- und Anlagenbau, Band 8: Future Services 2035, S. 3.). Und das mit einer ganz anderen Planungssicherheit. Denn Kunden, die regelmäßig betreut und spürbar unterstützt werden, bleiben länger und bauen Vertrauen auf. 

Der Weg nach vorn: Digitale Services und Plattformmodelle

Ein entscheidender Schritt in Richtung Zukunft ist die Digitalisierung des Servicegeschäfts. Das beginnt oft mit einem einfachen Online-Zugang, über den Kunden ihre Maschinenzustände einsehen, Tickets eröffnen oder Ersatzteile bestellen können. Ein typisches Szenario: Der Kunde sieht im Portal, dass sich ein Wert an der Maschine verändert, erstellt direkt ein Ticket und bekommt Handlungsempfehlungen, ohne dass ein Techniker anreisen muss.

Daraus entstehen ganz konkrete Mehrwerte im Alltag für beide Seiten. Hersteller können auf Basis dieser Daten Empfehlungen geben, zum Beispiel zur optimalen Einstellung der Maschine oder zur vorausschauenden Wartung.

Viele Unternehmen starten bewusst niedrigschwellig, etwa mit kostenlosen Basisfunktionen, um den Einstieg zu erleichtern und Vertrauen aufzubauen. Schritt für Schritt entsteht so ein strukturiertes Serviceangebot, das sich erweitern und monetarisieren lässt. Über Plattformen lassen sich Zusatzservices buchen, Supportfälle schneller lösen und Kunden individuell betreuen, ohne dass Techniker vor Ort sein müssen.

Nutzen für den Kunden und für den Hersteller

Für den Kunden bedeutet das vor allem: weniger Überraschungen im Betrieb und mehr Kontrolle. Sie erkennen frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt, können besser planen und sparen durch optimierte Abläufe Zeit und Geld.

Auch für die Hersteller zahlt sich das aus. Sie gewinnen regelmäßige Einnahmen, die nicht an den Verkauf neuer Maschinen gebunden sind. Gleichzeitig bauen sie eine engere Beziehung zu ihren Kunden auf. Statt nur im Problemfall angerufen zu werden, begleiten sie die Kunden aktiv durch den Betrieb.

So entsteht eine echte Partnerschaft auf Augenhöhe. Und genau das ist in unsicheren Zeiten oft mehr wert als ein einmaliger Verkauf.

Das können Sie nun tun

Service ist kein Anhängsel des Maschinenverkaufs. Er ist längst zu einem strategischen Erfolgsfaktor geworden. Vor allem dann, wenn er digital gedacht und konsequent umgesetzt wird.

Viele Unternehmen haben den Servicebereich über Jahre mitlaufen lassen. Genau dort liegt heute eine der größten Chancen. Wer beginnt, Service strukturiert auszubauen, wird unabhängiger vom Neugeschäft und baut gleichzeitig engere Kundenbeziehungen auf.

Kontakt unseres COSMOnauten

Von Michael Hering

Als Industry Manager ist Michael Hering dafür verantwortlich, die Anforderungen der diskreten Fertigung im Blick zu behalten, Trends zu erkennen und sie durch die End-to-End-Lösungen von COSMO CONSULT umzusetzen.

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